Gedanken zum Pfingstfest

 

Der Geist weht, wo er will

An Pfingsten feiert die Christenheit die „Ausgießung des Hl. Geistes“ so heißt es etwas unverständlich in manchen Kalendern. Einige sprechen an Pfingsten auch vom Geburtstag der Kirche. Das Symbol des Hl. Geistes ist die Taube, diese ist aber auch Symbol für den Frieden. So haben auch viele politische Gruppen, die eher weniger mit dem christlichen Glauben am Hut hatten, z.B. aus dem marxistischen Spektrum, an Pfingsten immer zu Friedensfesten eingeladen.

Ob man nun den Geist des Friedens, oder den Geist Jesu Christi feiert und bedenkt – beides zeigt uns, dass es etwas Unverfügbares im Leben gibt:

„Der Geist weht wo er will“ – heißt es zu Recht.

Das zeigt sich auch im Sport:

Ob nun ein großes Sportfest im Zeichen des Friedens und der Völkerverständigung erlebt wird, so sollte es ja bei Olympia und anderen großen Events eigentlich sein, oder ob dieses misslingt, alles das hat man nicht in der Hand. Schön aber, wenn es dann doch so empfunden wurde – trotz allen Kommerzes im Sport.

Es geht noch weiter: Auch trotz allen professionellen Bemühungen, trotz allem Geld, Gott sei Dank auch trotz aller Tricks, wie Doping – manchmal geht der Ball einfach nicht ins Tor, oder in der letzten Minute an die Latte … und das ist doch gut so, dass nicht alles planbar ist, erst recht nicht im Sport, nicht im Leben und auch nicht Glauben.

Eine Ahnung aber von dem Unverfügbaren im Leben, dessen was wir Hl. Geist, oder neudeutsch spirit nennen, zeigt uns das Pfingstfest. Und die Hoffnung darauf, dass der Frieden, den diese Welt so bitter nötig hat, doch immer wieder gelingen kann. In der Kirche, auf dem Sportplatz, in den Stadien, in der Welt.

Martin Voß, Sportpfarrer der Evangelischen-Lutherischen Landeskirche in Bayern, Bad Wiessee