Andacht zur Jahreslosung für den Anstoss 2020

Glaube

„Ich glaube; hilf meinem Unglauben“ so lautet die neue Jahreslosung der Evangelischen Kirche für das Jahr 2020. Dieses kurze Zitat steht im Markusevangelium, Kapitel 9, Vers 21. Hier steht etwas gegenübergestellt, was uns Menschen ausmacht: Glaube und Unglaube, beides kennen wir.

Zunächst einmal verstehen wir unter „Glauben“ sehr Vielfältiges:

Glauben heißt nicht Wissen

Glauben an Gott

Ich glaube Dir, d.h. ich vertraue Dir

Ich glaube morgen schneit es, d.h. ich vermute, morgen schneit es.

Ich denke jeder Mensch glaubt etwas, jeder hängt einer Idee an, einer Hoffnung – auch im Sport. Auch da sagt der Trainer dem Spieler „ich glaub an Dich, Du schaffst es…“. Glauben meint dann hier Selbstvertrauen. Glauben hat auch mit den grundlegenden Fragen des Lebens zu tun – wer bin ich, warum lebe ich, was gibt meinem Leben Sinn. So komme ich automatisch auch zur Gottesfrage: Gibt es da noch eine höhere Macht im Leben? Glaube ich an Gott?

Wir kennen aber auch den Unglauben, den Zweifel, die Skepsis. Auch das ist berechtigt. Ich muss nicht alles glauben, was einer sagt, oft ist auch berechtigtes Misstrauen angesagt.

Und auch das kennen wir im Sport: Ich glaube z.B. nicht mehr daran, dass mein geliebter Heimatverein, der Clubb, der 1.FCN, so schnell wieder Deutscher Meister wird….

So wünsche ich Ihnen für das Neue Jahr 2020 einen Glauben, der Sie trägt und der glaubwürdig ist –und einen berechtigten Unglauben gegenüber den falschen Göttern und Versprechungen dieser Welt – und die Weisheit, beides voneinander unterscheiden zu können.

 

Martin Voß, Ev. Sportpfarrer für Bayern, Bad Wiessee